Was ist Stickstoffmonoxid (NO)?
Stickstoffmonoxid (chemisch NO) ist ein einfach aufgebautes gasförmiges Molekül bestehend aus einem Stickstoff- und einem Sauerstoffatom. Im menschlichen Körper fungiert NO als wichtiges Signalmolekül, das in vielen physiologischen Prozessen eine zentrale Rolle spielt – insbesondere im Blutgefässsystem, im Nervensystem und im Energiestoffwechsel. Seine Bedeutung im Sport ist in den letzten zwei Jahrzehnten zunehmend in den Fokus der Forschung gerückt, da seine Wirkung direkt mit Verbesserungen der Leistung, Ausdauer und Regeneration verknüpft ist. (DocCheck Flexikon)
NO wird vom Körper endogen produziert – vor allem durch spezielle Enzyme, die Stickstoffmonoxid-Synthasen (NOS), welche die Aminosäure L-Arginin zusammen mit Sauerstoff zu NO und L-Citrullin umsetzen. Zusätzlich kann NO über NOS-unabhängige Wege entstehen, beispielsweise durch Reduktion von Nitrat und Nitrit aus der Nahrung. (Gatorade Sports Science Institute)
Physiologische Grundlagen: Wie wirkt NO im Körper?
Vasodilatation – Gefässerweiterung und Blutfluss
Die wichtigste und am besten belegte Funktion von NO ist die Regulation der Gefässweite. NO aktiviert in der glatten Muskulatur der Gefässwände das Enzym Guanylatcyclase, was zu einem Anstieg von cGMP und folglich zu einer Muskelentspannung führt. Dies bewirkt eine Vasodilatation (Erweiterung der Blutgefässe), welche den Blutfluss steigert und den Widerstand in den Gefässen senkt. (DocCheck Flexikon)
Für Sportler bedeutet das konkret:
- Effizientere Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Muskulatur.
- Bessere Ableitung von Stoffwechselendprodukten (z. B. Milchsäure) während und nach dem Training.
- Reduktion der Herzarbeit (weniger Widerstand im Gefässsystem) und damit potenziell niedrigere Belastung für den Kreislauf.
Diese Gefässantwort ist einer der Schlüsselmechanismen, durch die NO zur Verbesserung sportlicher Leistungsfähigkeit beiträgt. (Gatorade Sports Science Institute)
NO und sportliche Leistungsfähigkeit
NO und Ausdauerleistung
NO kann die Zeit bis zur Erschöpfung verlängern und die Sauerstoffeffizienz verbessern. In Ernährungsstudien mit nitratreichen Lebensmitteln wie Rote-Bete-Saft, die im Körper zu NO umgewandelt werden, wurde gezeigt, dass:
- der Sauerstoffbedarf für eine gegebene Leistung sinkt,
- die Laufzeit bis zur Erschöpfung signifikant steigt. (SPONSER SPORT FOOD AG)
Diese Effekte werden vor allem auf die bessere Mikrozirkulation und Sauerstoffversorgung der Muskulatur zurückgeführt.
NO und Muskel- bzw. Energiestoffwechsel
NO spielt nicht nur für den Blutfluss eine Rolle, sondern hat auch direkte Effekte auf Muskelzellen:
- Mitochondrienfunktion: NO beeinflusst die mitochondriale Atmung und kann die Effizienz der Energieproduktion verbessern, indem es die Produktion von ATP (dem wichtigsten Energiemolekül) optimiert. (Frontiers)
- Muskelkontraktion: Es gibt Hinweise darauf, dass NO die maximale Verkürzungsgeschwindigkeit und die Peak-Leistung von Muskelfasern erhöhen kann, was für Kraft- und Sprintleistungen relevant ist. (PubMed)
Allerdings ist die Wirkung auf submaximale Muskelkraft noch nicht abschliessend geklärt – verschiedene Studien liefern hierzu unterschiedliche Ergebnisse. (PubMed)
NO als ergogenes Hilfsmittel: Nahrung, Supplemente und NO-Booster
Nitratreiche Ernährung
Natürliche Nitratquellen wie Rote Bete, Spinat oder Rucola können die NO-Produktion über den NOS-unabhängigen Weg erhöhen. Studien zeigen, dass daraus resultierende Verbesserungen besonders bei Ausdauer- und hochintensiven Belastungen nachweisbar sind. (Gatorade Sports Science Institute)
Supplemente wie L-Arginin und L-Citrullin
L-Arginin dient als direkter Vorläufer von NO, doch seine Wirkung auf die NO-Produktion ist in Supplements umstritten, da orale Einnahme oft nicht effizient genug ist. L-Citrullin kann den Argininspiegel und damit indirekt NO steigern und zeigte in einigen Studien positive Effekte auf die Leistung. (Gatorade Sports Science Institute)
NO-Booster im Sport
Viele Produkte, die als NO-Booster vermarktet werden, enthalten Nitrat, L-Arginin, L-Citrullin oder Kombinationen davon. Sie sollen die Gefässerweiterung und damit den Blutfluss verbessern. Studienergebnisse variieren je nach Zusammensetzung und Probandenprofil (Trainingsstatus, Intensität, etc.). (Body Attack)
Oxygen Advantage und NO: Atemtechniken für bessere Leistung
Neben metabolischen und vaskulären Effekten wird die Rolle von NO im Atemkontext betont – insbesondere durch Oxygen Advantage, eine Methode, die auf funktionellem Atmen basiert und sich stark auf nasale Atmung konzentriert.
Warum nasale Atmung bei Sportlern relevant ist
NO wird in hoher Konzentration in den Nasennebenhöhlen produziert und gelangt bei nasaler Atmung direkt in die Atemwege und Lungen. Dies hat laut Oxygen Advantage mehrere Vorteile:
- Verbesserte Sauerstoffaufnahme durch effektivere Gasverteilung in der Lunge.
- Erhöhte Effizienz beim Gasaustausch, was dazu führen kann, dass mehr Sauerstoff in den Blutkreislauf gelangt.
- Breitere Blutgefässe und damit bessere Sauerstoffversorgung der Muskulatur.
Zudem wird die nasale Atmung mit einem stabileren Nervensystem und besserer Atemkontrolle verbunden, was insbesondere bei Ausdauerleistungen wertvoll sein kann. (Oxygen Advantage)
Beispiele aus der Praxis
Athleten, die nasales Atmen bewusst in ihr Training integrieren, berichten laut Oxygen Advantage von:
- höherer O₂-Aufnahmeeffizienz,
- geringerer Atemarbeit,
- höherer CO₂-Toleranz und
- verbesserten Erholungsparametern. (Oxygen Advantage)
Dies sind Effekte, die direkt oder indirekt mit der Wirkung von NO auf die Atemwege und den Kreislauf zusammenhängen.
Regeneration, Erholung und Gesundheit
NO ist nicht nur für Leistung relevant, sondern auch für Regeneration und gesundheitliche Aspekte:
- Immunfunktion: Es wirkt antiviral, antifungal und antiallergisch in den Atemwegen – ein Vorteil für Sportler besonders in Wettkampfphasen. (Oxygen Advantage)
- Entzündungsprozesse: Durch eine verbesserte Durchblutung können Entzündungsstoffe effizienter abtransportiert werden.
- Zelluläre Gesundheit: NO moduliert zelluläre Mechanismen und kann so zur Skelettmuskel-Adaptation und Erholung beitragen.
Zusammenfassung: Wie NO Sportler unterstützt
Die Rolle von Stickstoffmonoxid im Sport lässt sich in mehreren Punkten zusammenfassen:
- Verbesserte Durchblutung durch Vasodilatation steigert Sauerstoff- und Nährstofflieferung sowie Abtransport von Abfallprodukten. (SPONSER SPORT FOOD AG)
- Effizienterer Stoffwechsel in Muskeln und Mitochondrien kann die Leistungsfähigkeit und Ausdauer erhöhen. (Frontiers)
- Direkte Effekte auf Muskelkraft- und –leistung durch Einfluss auf Kontraktionsmechanismen. (PubMed)
- Nasale Atmung und Sauerstoffaufnahme (wie von Oxygen Advantage hervorgehoben) nutzt NO zur Unterstützung der Leistung. (Oxygen Advantage)
- Erholung, Immunsystem und Stressreaktion profitieren von den vielseitigen Funktionen dieses Moleküls. (Oxygen Advantage)
Fazit
Stickstoffmonoxid (NO) ist weit mehr als nur ein physiologisches Nebenprodukt: Es ist ein zentrales Signalmolekül, das massgeblich die Leistungsfähigkeit, Effizienz und Erholung von Sportlern beeinflusst. Durch verbesserte Blut- und Sauerstoffversorgung, mitochondriale Effizienz, Muskelmechanik und Atemfunktion kann NO dazu beitragen, sowohl Ausdauer- als auch Kraftleistungen zu optimieren.
Die strategische Erhöhung der NO-Verfügbarkeit – sei es durch Ernährung, Supplementierung oder bewusste Atemtechniken wie jene von Oxygen Advantage – kann somit ein wirkungsvoller Baustein im Trainings- und Leistungsmanagement von Athleten sein.


